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Wo Lebensmittel noch Mittel zum Leben sind*

02.02.2018

Es ist ein kühler Tag im Januar an dem ich mich auf die Reise mache ins obere Mühlviertel. Genauer gesagt geht es nach Sarleinsbach zur Bio-Hofbäckerei Mauracher. Gehört, gelesen und auch verkostet hatte ich schon viel vom Mauracherhof. Als großer Sauerteig-Fan, Dinkel-Liebhaber und Vollkorn-Verfechter freute ich mich besonders auf das Kennenlernen.

 

Nach einmaligen Nach-dem-Weg-Fragen bei einer netten, älteren Dame die gerade ihre Hühner pflegte, stand ich vor dem idyllischen Hof. Die erste freudige Begrüßung war vom Hofhund, der mir gleich einen „Schön-dass-du-da-bist“-Stups von der Seite gab. Ein paar Schritte weiter sah ich durch das Fenster bereits Josef Eder, der mich freundlich hereinwinkte.

 

In der gemütlichen Lindenstube vom Mauracherhof durfte ich gemeinsam mit Josef Eder`s Frau Elisabeth und ihm selbst bei Kaffee und einem herrlichen Dinkel-Himbeerkuchen aus der hauseigenen Konditorei verweilen. Josef und Elisabeth erzählten beeindruckende Einblicke von der Geschichte der Familie, des Mauracherhofes und der ganzheitlichen Philosophie. Ebenso durfte ich in einem Rundgang gemeinsam mit Josef das gesamte Unternehmen samt Stall und der Bio-Hofbäckerei ansehen. Der Nachmittag fühlte sich an wie eine halbe Stunde…

 

Fotos: Mauracherhof / Josef und Elisabeth Eder ©Andares Werbeagentur

 

Josef Eder ist ein Bio-Pionier der ersten Stunde. Seit dem Jahr 1980 wird der Mauracherhof zu 100% biologisch geführt. Eine hofeigene Getreidemühle direkt am Hof und die Hofbäckerei wurden Schritt für Schritt ausgebaut und ebenso wird nebenan die Bio-Landwirtschaft betrieben. Wie man sieht mit vollem Erfolg. Denn auch die Anzahl der Mitarbeiter ist bis heute auf gut 70 Personen gestiegen und bietet somit einen wertvollen Beitrag für regionale Arbeitsplätze im Mühlviertel. 

 

Das vielfältige Sortiment der Bio-Hofbäckerei reicht von Sauerteigbroten unter anderem mit Roggen-, Dinkel- und Einkornvollkornmehlen, Kleingebäck wie Vollkornsemmerl, Weckerln, Stangerl und Flesserln bis hin zu vollwertigen Mehlspeisen und Torten-Spezialitäten. Ebenso findet sich eine schöne Auswahl an glutenfreien Broten und Gebäck für Menschen mit Zöliakie oder Allergien. Herz was willst du mehr.

 

Elisabeth Eder (die Produktentwicklerin des Hauses) hat übrigens ein neues Brot entwickelt "Das Besondere". Dieses besondere Brot besteht aus wertvollen Zutaten wie Roggen-, Dinkel- und Gerstenmehl. Buchweizenmehl, Flohsamenschalen, Leinsamen und Braunhirse finden sich ebenso darin. Nähere Infos findest du im Blog-Artikel vom Mauracherhof.

 

 

Drei, meiner Meinung nach, sehr wichtige Ansätze aus unseren Gesprächen möchte ich mit dir teilen und zum Nachdenken anregen: 

 

1.) Kennst du den Unterschied zwischen Lebensmittel und Nahrungsmittel?

Im Gespräch wurden sehr bewusst und ausgewählt die Begriffe Lebensmittel und Nahrungsmittel verwendet. Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht was der Unterschied zwischen einem Lebensmittel und einem Nahrungsmittel ist? Auf den ersten Blick erscheinen doch beide sehr ähnlich, oder?  Sind sie aber nicht.

 

Was sind Lebensmittel?

Lebensmittel, wie der Name schon sagt, ist „lebendige“ Nahrung. Das bedeutet simpel erklärt Getreide, Obst oder Gemüse kann vor der Verarbeitung noch sprossen oder keimen, sich also fortpflanzen. Es ist noch Leben in dieser Nahrung und es enthält Vitalstoffe wie:

 

·         Vitamine (vita = lateinisch für Leben)

·         Mineralstoffe

·         Spurenelemente

·         Enzyme

·         Ungesättigte Fettsäuren

·         Essentielle Aminosäuren

·         Ballaststoffe

 

Diese genannten Vitalstoffe erfüllen allerlei Funktionen in unserem Körper. Seien es unter anderem essentielle Aminosäuren (die kleinste Form von Eiweiß) im Dinkel für unsere Muskeln. Die Gruppe der B-Vitamine in Vollkorngetreide für unser Energie- und Nervensystem. Ungesättigte Fettsäuren in Leinsaaten wie Omega-3 für die Herz- und Gehirngesundheit. Ballaststoffe wie Beta-Glucan, die in der Gerste enthalten sind, können sogar deinen Cholesterinspiegel im Blut auf ein normales Level bringen, wenn sie regelmäßig verzehrt werden.

 

Dies ist nur ein kleiner Auszug der Vitalstoffe die es überhaupt gibt, du bekommst jedoch schon einen Einblick wie vielfältig und wichtig diese für uns sind.

 

Was sind nun Nahrungsmittel?

Vitamine und viele weitere Vitalstoffe sind in Nahrungsmittel bereits verloren oder nur mehr reduziert vorhanden und keinesfalls mehr in der Menge, wie wir sie für einen gesunden Energiestoffwechsel benötigen. In Nahrungsmittel fehlt also die Lebendigkeit, die Vitalität, die Vitalstoffe. Du erinnerst dich:

Vitalstoffe: Vita = lateinisch Leben.

 

Massive industrielle Verarbeitung, starke Erhitzung und Konservierung zerstören sämtliche Spuren von Leben in der Nahrung. Gentechnische Veränderung der Rohstoffe wie Getreide, (agro-)chemische Behandlung der Pflanzen und des Bodens oder Imitate von Fleisch und Co. sind hier derzeit der traurige Gipfel...

 

Fazit? Alles wie so natürlich wie möglich essen und schonende Verarbeitung. Rohstoffe wie Getreide, Obst oder Gemüse keimfähig, also lebendig lassen. Industriell stark verarbeitete Nahrungsmittel meiden. Das volle Korn essen und die Lebensmittel zur Jahreszeit und der Saison passend wählen.

 

Lebensmittel stehen für Gesundheit, Vitalität, Wohlbefinden und Energie.

 

Und wie Josef Eder so schön erklärte bei unserem Treffen: "Lebendiges, keimfähiges und gesundes Saatgut, das noch ohne agrochemische Krücken wachsen kann bedeutet auch gesunde Menschen." Aus diesem Grund gründete Josef Eder 1987 den Bio-Verband "Erde und Saat". Dieser engagiert sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt von heimischen Kulturpflanzen wie zum Beispiel der Dinkelsorte Ebners Rotkorn.

 

 

2.) Die rasche Verarbeitung der Rohstoffe ist von großer Bedeutung

Die rasche Verarbeitung der Rohstoffe wird am Mauracherhof groß geschrieben, wie schön. Das frisch gemahlene Mehl wird in nur wenigen und gut überlegten Produktionsschritten in der hofeigenen Mühle und ohne Lagerzeiten tagesfrisch zu feinstem Teig verarbeitet. So schnell kannst du gar nicht „Roggenbrot“ sagen. ;-)

 

Gut zu wissen dazu: Sobald ein Getreidekorn aufgebrochen/gemahlen wird, beginnen sauerstoffempfindliche Enzyme mit der Luft zu reagieren. Dies nennt man Oxidation. Wir sehen diesen Prozess bei einem aufgeschnittenen Apfel. Die Oxidation bleibt beim Getreide zwar unsichtbar, aber nicht ohne Folgen. Nach und nach schwinden bei gemahlenen Mehl während der Lagerzeit die Vitalstoffe. Wird Getreide  jedoch rasch verarbeitet bis zum fertigen Brot, bleiben essentielle Nährstoffe erhalten, die wiederum unserer Gesundheit und unserer Energie zu Gute kommen.

 

Eine flotte und frische Verarbeitung jeglicher Lebensmittel ist auch empfehlenswert für die heimische Küche. Wie Josef Eder so schön erklärte: “Eine Getreidemühle sollte wie eine Kaffeemaschine genauso eine Selbstverständlichkeit sein in der heimischen Küche“.

 

 Foto: Mauracher Strutzen 

 

3.) Gut Ding braucht Weile

Altes Sprichwort mit viel Wahrheit dahinter. Warum? Gerade beim Brot backen bedarf es an Zeit. Zeit, damit sich der (Sauer-)teig entwickeln darf. In der Hof-Bäckerei Mauracher wird mit der klassischen, langen Drei-Stufen-Sauerteigführung gearbeitet die unter anderem das Brot bekömmlicher macht. Denn durch die lange Sauerteigführung bildet der Teig das Enzym Phytase. Die Phytase spaltet die im Getreide enthaltene Phytinsäure und macht so das Brot verträglicher. Zeit braucht es auch, damit sich das Aroma voll entfalten darf im Teig. Und den herrlichen Brotduft roch man auch bei unserem Rundgang in der Backstube. 

 

  Foto: Dinkelherz

 

Diese Prinzipien und Handlungsweisen treffen meiner Ansicht nach nicht nur auf die Herstellung von Brot zu. Egal ob Früchte, Gemüse oder Getreide. Achtet darauf, den schließlich sollen unsere Lebensmittel ja Mittel zum Leben sein.

 

Auf diesem Weg möchte ich mich bei Josef und Elisabeth Eder für die herzliche Gastfreundschaft bedanken. Für das Zeit nehmen. Für die Eindrücke des ganzen Betriebes samt Bio-Hofbäckerei und der Landwirtschaft. Und die Einblicke in eine wunderbare Philosophie.

Wissenswertes aus der Backstube und wo du das Mauracher Brotsortiment gleich bei dir um`s Eck findest: www.mauracherhof.com

 

 

 

*Diese/r Artikel/Anzeige entstand in freundlicher Kooperation mit der Bio-Hofbäckerei Mauracher

 

 

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